Liebe Patin, lieber Pate!

Sie sind Pate geworden! Herzlichen Glückwunsch und viel Freude an Ihrem Patenkind, das Sie begleiten wollen auf seinem Weg ins Leben und zu Gott! Unsere Kirche hält diese Begleitung für so wichtig, dass sie vom „Patenamt“ spricht. Sie sind ein Taufzeuge. Deshalb sollen Paten in der Regel bei der Taufe ihres Patenkindes auch anwesend sein, damit sie bezeugen können: Dieses Kind ist an dem und dem Tag in der und der Kirche wirklich getauft worden.

Aber die Aufgabe des Paten geht über die Bestätigung dieser Tatsache weit hinaus. Sie sind in einem viel tieferen Sinn als Taufzeuge nötig. Sie sollen gemeinsam mit den Eltern und mit der christlichen Gemeinde Ihrem Patenkind Gott bezeugen und Ihrem Patenkind helfen zu verstehen, was es bedeutet, getauft zu sein und zu Gott zu gehören. Das ist eine wichtige und lohnende Aufgabe. Wer zum Beispiel die Worte des 23. Psalms kennt und für sich nachzusprechen gelernt hat: „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln …“, der wird wahrscheinlich mit einem Vertrauen zum Leben aufwachsen können, das uns nur unser Glaube geben kann. Er braucht sich auch in schwierigen Lebenssituationen nicht alleingelassen zu fühlen. Er kann mit dem Psalmisten sagen: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, Gott. Dein Stecken und Stab trösten mich.“

Sie können Ihrem Patenkind helfen, in diesen Glauben hineinzuwachsen. Das ist eine lohnende, eine wichtige Aufgabe. Sie ist sicher auch schwer, doch Sie können sie leicht anfangen! Notieren Sie sich doch gleich das Taufdatum Ihres Patenkindes in Ihrem Kalender! Immer mehr Eltern fangen damit an, außer dem Geburtstag ihres Kindes auch seinen Tauftag zu feiern. Für diesen Tag sind Sie als Pate in besonderer Weise zuständig. Sie können Ihrem Patenkind, statt zum Geburtstag, zum Tauftag etwas schenken, was an die Taufe erinnert oder mit der Bedeutung der Taufe zu tun hat, zum Beispiel eine Kinderbibel oder biblische Kinderbücher.
Sie wollen Ihrem Patenkind helfen, seinen Weg ins Leben und zu Gott zu finden. Beides gehört untrennbar zusammen. Für beides ist ein möglichst enger persönlicher Kontakt zu Ihrem Patenkind nötig. Deshalb spielen Sie möglichst oft mit Ihrem Patenkind, erzählen Sie ihm, lesen Sie vor, schreiben Sie ihm und laden es ein! Gerade wenn Sie räumlich von Ihrem Patenkind getrennt sind, ist es nötig, Kontakte und Begegnungen zu schaffen. Nur so kann Vertrauen zwischen Ihnen entstehen. Dann kann Entfernung sogar nützlich sein, weil man aus der Ferne manchmal etwas klarer und deutlicher sieht als aus der Nähe.
Mit den Eltern Ihres Patenkindes können Sie überlegen, wie Sie am besten in die Verantwortung für Ihr Taufkind miteinbezogen werden können. Auch die Frage, wer für das Kind sorgt, falls den Eltern etwas zustößt, sollte geregelt werden – obwohl dieser schlimme Fall hoffentlich nie eintreten wird.

Freundschaft kann zwischen Ihrem Patenkind und Ihnen entstehen und wachsen. Mit einem Kind gemeinsam nach dem Gott zu suchen, der unsere Tränen abwischen will und der mitlacht, wenn wir lachen, kann Ihnen selber Freude machen und wichtig werden für Sie!