Die Taufe

Manche Taufbecken sind wie die Hälfte einer Kugel gestaltet und mit Wasser gefüllt. Das soll die Menschen darauf hinweisen: Die Welt, die wir kennen, ist nur die untere Hälfte des Ganzen der Welt Gottes. Und diese unsere untere Welt ist mit Wasser gefüllt, das Element, aus dem wir leben. Darum tauchte man den Täufling früher ganz in Wasser ein und sagte dabei: „Wir heben das Kind aus der Taufe“. Denn dies war das Wichtige: Dieses Kind war hineingeboren worden in diese untere Welt, in der es nach seinem kurzen oder langen Leben auf alle Fälle dem Tod ausgeliefert ist. Wir aber heben es aus der Tiefe des todverbundenen Elementes heraus zum Zeichen der Auferstehung, die wir erleben werden, wenn wir sterben.

Nach Jörg Zink

Die Taufe ist wie eine große, bedeutungsvolle Tür. Sie schenkt uns Verbindungen, die wir selbst niemals herstellen könnten. Sie bringt den Menschen in Kontakt mit Gott selbst und stellt ihn zugleich in die weltweite Gemeinschaft der Christen. Gerade weil die Taufe ein Versprechen und ein Handeln Gottes ist, können wir auch schon Säuglinge taufen, denen ein eigenes Glaubensbekenntnis nicht möglich ist. Es ist bei kleinen Kindern sogar besonders deutlich, dass der Wert der Taufe weder in ihrem Wissen noch in ihrer Glaubenserfahrung liegen kann. So ist die Taufe wie ein bedeutungsvoller Punkt in unserem Leben, zu dem wir zu verschiedenen Zeiten wieder zurückkommen können. Dies kann in der Form einer Tauferinnerung, im Rahmen der Konfirmation (=Bestätigung) oder einfach ganz persönlich in einem Gebet geschehen.
Die Taufe hat darin ihre große Bedeutung, dass Jesus selbst uns beauftragt hat, Menschen im Namen des dreieinigen Gottes zu taufen (Sakrament). Mit der Taufe beginnt auch eine unsichtbare Veränderung, die das ganze Leben durchzieht (neu geboren durch Wasser und Geist).

Gottes Einladung gilt allen Menschen. Durch die Taufe gehören sie zur Gemeinschaft der Christen. Deshalb findet Taufe bei uns entweder im Sonntagsgottesdienst oder in der Osternacht statt. Mündige Menschen bestätigen dabei selbst ihren Wunsch getauft zu werden. Bei kleinen Kindern antworten Eltern und Paten an Stelle des Täuflings.