Die Evangelische Erlöserkirche in Eimsheim

Die Evangelische Erlöserkirche in Eimsheim

Wer die Eimsheimer Kirche besucht, wird vielleicht verwundert sein, wie ein recht kleiner Ort sich eine so monumentale Kirche geleistet hat. Mit einem geräumigen Kirchenschiff und zwei Emporen fänden sicher fast alle evangelische Christen von Eimsheim einen Sitzplatz in dieser Kirche. Der heutige Kirchbau wurde in der Zeit des Jugendstils erbaut (Weihe 1906) und zeigt von außen ein eher gradliniges und schlichtes Erscheinungsbild. Die Fenster haben kaum gestaltete Umrandungen.  Dem Jugendstil war es ein wichtiges Anliegen, Kunst und Architektur aus dem jeweiligen Lebensumfeld herauswachsen zu lassen. So entstanden in verschiedenen Modulationen Heimatstile, die zu einer bestimmten Kulturlandschaft passende Elemente aufnahmen. Zu diesem Versuch, die Kirche in ihrem rheinhessischen Umfeld zu verorten, gehört der monumentale Turm, der die Wohnhäuser überragt, die barockisierende Haube und die Errichtung des Kirchbaus mit Bruchsteinen. Das Hauptportal ist ein Erbe der Vorgängerkirche und trägt noch barocke Stilelemente.

Im Inneren zeigen Wände und Fenster eine reichhaltige und harmonische Dekoration, die ebenfalls auf die Zeit des Jugendstils verweist. Nach Norden ist eine Art Seitenschiff mit Empore angebaut. Die Laibungen sind mit farbigen Flechtbändern geschmückt. In den Emporenfüllungen sind wie an der Kanzel zeichenhafte Motive. Im Deckenspiegel, der noch an barocke Gestaltungen denken lässt, ist eine große Darstellung der Himmelfahrt Christi gemalt. Der eingezogene Altarraum steht an den Seitenwänden und an der Decke ganz unter dem Motiv des Neuen Jerusalem. Über den Mauern und Toren der Stadt sind auf den Seiten die Symboltiere der Evangelisten mit ihren Büchern angebracht. Dabei wurden die realen Türen der Seitenräume in die Stadtmauer integriert. Die Rückwand des Chores ist in sehr flächiger Form durch ein Kreuz und mit Kelchen unterschiedlicher Größe dekoriert. Die Wand- und Deckenmalereien sind erst nach dem zweiten Weltkrieg entstanden. Sie wurden nach älteren Skizzen ausgeführt. Die Kanzel, die von der Sakristei her betreten wird, lässt mit ihren goldenen Säulen eher an die Zeit der Renaissance denken. Sie war ein Geschenk aus Heidelberg, das 1766 nach Eimsheim kam.

Die mit Bildmotiven gestalteten farbigen Fenster zeigen im Altarraum in einem Rundfenster die Auferstehung, auf der Südseite die Kreuzigung und die Bergpredigt. Auf den kleineren Fenstern des Emporengeschosses sind ein sehr schöner Harfe spielender David, die Taube des Geistes, ein göttliches Auge, Martin Luther und Philipp von Hessen als Vertreter der reformatorischen Bewegung abgebildet. Die Motive der Fenster erinnern eher an die Kunst der Nazarener.

Die Malereien der Eimsheimer Kirche wurden 2008 durch die Restauratorin Iris Uhrig aufgearbeitet.

Weitere Ansichten

Die mit Bildmotiven gestalteten farbigen Fenster zeigen im Altarraum in einem Rundfenster die Auferstehung
Deckenspiegel
Empore